Großübung an ICE-Strecke

Großübung an ICE-Strecke

Rund 450 Einsatzkräfte und 260 Fahrgäste probten den Ernstfall

 

Mit einer Großübung an der ICE-Strecke Köln-Frankfurt übten in der Nacht von Samstag auf Sonntag Rettungs- und Katastrophenschutzeinheiten sowie der Bundes- und Landespolizei und der Bundeswehr aus den Landkreisen Neuwied, Westerwald, Altenkirchen und Rhein-Sieg unter Federführung des Landkreises Neuwied den Einsatz bei einem schweren Zugunglück.

Zum Szenario:

Aus unbekannten Gründen kam ein ICE 3 mit ca. 260 Fahrgästen im Fernthal-Tunnel bei Neustadt/Wied durch Entgleisen zum Stehen. Ca. 230 Personen konnten mit Hilfe der Zugbegleiter den Zug verlassen und sich selbst durch schnelle Flucht zu den Tunnelportalen bzw. über den Notausstieg retten.

In der Küche des Bordrestaurants war ein Brand entstanden, der sich innerhalb der nächsten 20 Minuten zu einem Vollbrand des Waggons entwickelte. 30 (zum Teil Schwerverletzte) Personen mussten aus dem Zug gerettet werden.

Zum Übungsziel:

Übungsziel war die Überprüfung der bisherigen Alarm- und Einsatzplanungen und Test der

  • Selbstrettung
  • Alarmierung
  • Eingebauten technischen Sicherheitseinrichtungen der Bahn
  • Zusammenarbeit der Rettungskräfte
  • Kommunikation
  • Disziplin auf den Bereitstellungs- und Rettungsplätzen
  • Rettung der Verletzten Personen
  • Versorgung und Betreuung der verletzten und unverletzten Personen

In einer ersten Bilanz bewertet Übungsleiter Holger Kurz (Stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur), dass die gesetzten Übungsziele von den ca. 450 Kräften aus den Bereichen Feuerwehr, Polizei, Bundespolizei, Rettungs- und Sanitätsdienst, Schnelleinsatzgruppen, Organisatorische Leiter, Leitende Notärzte, Notfallseelsorger, THW, DRK, MHD, Bundeswehr erreicht wurden.

Um endgültige Aussagen treffen zu können werden nun die von 20 Beobachtern aus verschiedenen Fachbereichen erstellten Berichte ausgewertet und bewertet. Mit einem endgültigen Ergebnis rechnen die Organisatoren in 3-4 Wochen.

Zum Hintergrund:

An der ICE-Strecke ist zur Aufrechterhaltung der Betriebserlaubnis alle drei Jahre eine Tunnelübung durchzuführen. In diesem Jahr war der Landkreis Neuwied an der Reihe.

Der Fernthal-Tunnel ist mit einer Länge von 1555 Meter der längste ICE-Tunnel auf Neuwieder Kreisgebiet. Die beiden anderen messen 1130 Meter (Günterscheid-Tunnel) und 755 Meter (Ammerich-Tunnel).

Fotograf: Lamonte-Austin